Winweb entwickelt KI-basierte Absatzprognosen
für Filialen in der Lebensmittelbranche

Das Softwarehaus Winweb hat gemeinsam mit einer Metzgerei in Schwaben und der Universität Maastricht eine Methodik erarbeitet, die die Ursachen für Verkaufszahlen versteht und für Vorhersagen nutzt. Damit werden Produktions- und Bestellprozesse auf ein neues Fundament gestellt – ohne dabei das Erfahrungswissen der Betriebe zu ersetzen, sondern es systematisch zu ergänzen.

„Wie viel Hack brauchen wir morgen? Welche Brötchen gehen derzeit besonders gut? Müssen Käsesorten nachgeordert werden? Ist für morgen noch genug Hering da?“ Diese Fragen kennt man wohl in der Lebensmittelbranche. Wird zu viel produziert, muss ein Teil entsorgt werden, wird zu wenig hergestellt, entgehen dem Betrieb Gewinne. Derzeit verlassen sich viele Firmen auf ihre Mitarbeiter. „Doch diese Abhängigkeit birgt Risiken“, sagt Jan Schummers, Senior Software Engineer bei Winweb: „Der Verlust eines erfahrenen Produktionsleiters kann die finanzielle Stabilität des Unternehmens gefährden.“ Daher wächst der Bedarf an exakten Prognosemethoden.

Ein ERP-System wie winweb-food, das Verkaufs- und Betriebsdaten verarbeitet, ermöglicht Preiskalkulationen, Verkaufs- und Betriebsplanungen und bietet Analysen, um den Absatz in den Filialen zu steuern. Doch konventionelle Zeitreihenanalysen reichen nicht aus, um Absatzmengen zu prognostizieren. Auch Machine-Learning-Ansätze unterscheiden nicht zwischen Korrelation und Kausalität. Verbindungen zu verstehen und zu modellieren, ist jedoch essenziell, um verlässliche Vorhersagen zu erstellen. Schummers: „Winweb verfügt als ERP-Anbieter für den gesamten Warenfluss über die entscheidenden Daten, um Prognosen zu formulieren und sie mit realen Verkaufszahlen zu vergleichen.“ Der Fokus liegt dabei auf Betrieben mit eigenen Filialen, in denen die Mitarbeiter per Bestell-App in ihrer Zentrale ordern, was am nächsten Tag im Laden verkauft werden soll.

Dazu wird in der Bestell-App eine Vorlage aufgerufen, die gewünschten Artikel werden ausgewählt und die jeweilige Menge im Warenkorb gespeichert. Die Bestellungen werden in winweb-food importiert und als Kundenauftrag angelegt, sodass das Team in der Zentrale die Order zeitnah bearbeiten kann. „Die KI unterstützt diese Prozesse direkt in der App, denn die Prognose wird in die Bestellvorlagen integriert“, erklärt Schummers. So kann für jeden Artikel eine Vorhersage angezeigt werden und der Filialmitarbeiter bekommt eine konkrete Empfehlung. Gleichzeitig erklärt die KI jede Prognose, die Anwender erhalten eine qualitative Einordnung. Erfahrungswissen bleibt wertvoll – doch es wird ergänzt durch ein System, das Zusammenhänge systematisch analysiert, transparent macht und täglich neu bewertet.

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Ausgabe Mai/Juni 2026 „Der Lebensmittelbrief/ernährung aktuell”