Lebensmittelsicherheitskultur – Erfahrungsbericht nach 6 Monaten IFS-Einführung

Nach nunmehr 6 monatiger Einführung und Erfahrung der Lebensmittelsicherheitskultur in den Unternehmen gibt es viele positive und negative Feedbacks in Bezug auf die Implementierung. Was ist der Unterschied zwischen der (neu) geforderten Lebensmittelsicherheitskultur (hier vereinfacht als LSK abgekürzt) zu einer bisher bestehenden Unternehmens- oder Qualitätspolitik in einem Unternehmen? Ein Erfahrungsbericht von Beate Heidorn-Thoß (IFS Auditorin/Trainerin und Beraterin, Geschäftsführerin der Quant Qualitätssicherung GmbH).

Bei IFS, BRC- und FSSC22000-Food-zertifizierten Unternehmen ist die GFSI-Anforderung verpflichtend. Es ergeben sich daher folgende Fragen: Woher kommt die LSK? Was bewirkt sie in den Firmen? Was verlangen die Standards für diese Anforderung? In den Glossars wird die LSK noch einmal final beschrieben als gemeinsame Werte, Überzeugungen und Vorgaben, die die Denkweise über und das Verhalten in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit innerhalb eines Unternehmens beeinflussen. Wichtig sind immer das Engagement der Geschäftsleitung und Implementierung der Kultur der Lebensmittelsicherheit: Es ist der Nachweis zu erbringen, dass die Unternehmensleitung sich verpflichtet, das Managementsystem für Lebensmittelsicherheit einzuführen, umzusetzen, aufrechtzuerhalten und kontinuierlich zu verbessern. Dies muss Elemente der LSK beinhalten, die mindestens aus folgenden

Elementen bestehen:

  • Kommunikation & Schulung/Feedback der Mitarbeiter
  • Leistungsmessung bei lebensmittelsicherheitsrelevanten Aktivitäten

Weitere Einflussfaktoren einer LSK sind:

  • Arbeitsumgebung, Führungsqualitäten, Risikobewusstsein Es werden weiter verschiedene, einzelne Bereiche betrachtet. Diese sind u.a.:
  • gemeinsame Werte, Überzeugungen und Normen
  • Einfluss auf Denkweise und Verhalten, quer implementiert

Hierzu können für alle Anforderungen Fragen gestellt werden, die unternehmensspezifisch sind. Daraus ergeben sich Antworten und Lösungen. Das Problem ist, die Mitarbeiter mitzunehmen. Wenn die Mitarbeiter verstanden haben, dass die LSK alle betrifft und sich von up to down als auch von down to up durchzieht, dann ist diese vollständig implementiert worden. Darf ein Leiharbeiter dem Manager sagen, dass z.B. eine Uhr am Handgelenk nicht erlaubt ist? Wenn Sie das erreicht haben, dann wurde das Thema richtig umgesetzt, von allen verstanden und wird vor allem gelebt.

Fazit
Für alle zertifizierten Lebensmittelunternehmer muss das Thema Unternehmenspolitik und Qualitätspolitik mit dem Thema LSK neu definiert werden. Obwohl viele Unternehmen Einzelthemen schon umgesetzt haben, ist der Fokus hier doch noch anders. Die Implementierung und das Verstehen einer Lebensmittelsicherheitskultur bis in alle Ebenen und Mitarbeiter ist doch ein schweres Stück Arbeit.

Kontakt:
Quant Qualitätssicherung GmbH
Beate Heidorn-Thoß
Tel.: 0151 440 111 30
E-Mail: beate.heidorn@tentamus.com
www.quant-qs.de

Ausgabe November/Dezember 2021 „Der Lebensmittelbrief/ernährung aktuell”