Bei der Herstellung von Molkereiprodukten spielt der Wassergehalt eine zentrale Rolle. Er bestimmt die Festigkeit und beeinflusst Geschmack sowie Qualität des Endprodukts. Aus Gründen der Qualitätssicherung und aufgrund gesetzlicher Vorschriften darf dieser einen bestimmten Grenzwert oft nicht überschreiten. Zur Prozessüberwachung bietet Berthold Technologies ein Mikrowellen-Messsystem, das den Wasser- bzw. Trockensubstanzgehalt während der Produktion überwacht. Damit ist die Grundlage für eine konstante Produktqualität geschaffen und eine kosteneffiziente Produktion sichergestellt.

Von Butter bis Ziegenkäse – das Messsystem MicroPolar liefert kontinuierlich und in Echtzeit Messdaten über den Feuchtegehalt in den unterschiedlichsten Molkereiprodukten, sodass Abweichungen vom Soll-Wert frühzeitig erkannt und korrigiert werden können. Einen maßgeblichen Einfluss auf den Wassergehalt in Molkereierzeugnissen hat das Zentrifugieren, wodurch die Molke vom Endprodukt abgetrennt wird. Die Messung des Feuchtegehalts erfolgt hierbei in einer Rohrleitung über eine eingebaute FlowCell. Die mikrowellenbasierte Messung arbeitet berührungslos, was bedeutet, dass sich keine Einbauten im Inline-Gehäuse befinden. Die Messung wird weder von Farbe noch von Viskosität oder Inhomogenität des Messguts beeinflusst.

Die Kalibrierung wird direkt an der Auswerteeinheit vorgenommen, die sich in unmittelbarer Nähe zur Messzelle befindet. Die Messergebnisse können lokal angezeigt werden, zur Messwertübertragung wird ein analoges Ausgangssignal verwendet. Durch Hinterlegen von bis zu vier Kalibrierkurven, ermöglicht das Messsystem MicroPolar einen einfachen Wechsel zwischen verschiedenen Produktsorten.

Die Mikrowelle polarisiert die im Produkt enthaltenen Wassermoleküle und verliert dadurch an Energie, d. h. die Mikrowelle verliert an Geschwindigkeit (Phasenverschiebung) und sie wird in ihrer Intensität geschwächt (Dämpfung). Die Veränderung der Mikrowelle wird in der Auswerteeinheit mit den Werten aus dem Referenzkanal abgeglichen und als Feuchtewert ausgegeben. Durch die Referenzmessung werden Temperatur- und andere Störeinflüsse kompensiert. Da die Mikrowellen den gesamten Querschnitt der Rohrleitung erfassen, ist die Messung äußerst repräsentativ. Für Menschen und die Umwelt sind sie absolut unbedenklich, da bereits verhältnismäßig geringe Leistungen ausreichen, um einen Messeffekt zu erzielen. Auch eine Erwärmung des Produkts ist auszuschließen.

Die Mikrowellen FlowCell besteht aus einem Inline-Gehäuse aus Edelstahl, die beiden Mikrowellen-Antennen – Sender- und Empfängerantenne – sind via Clamp-Anschluss verbunden und jederzeit austauschbar. Die Abdichtung erfolgt mittels O-Ringen aus EPDM und zwei PEEK-Fenstern. Durch die Zertifizierung der EHEDG ist sie mit ihrem Hygienic Design und den FDA zugelassenen Materialien insbesondere für den Einsatz in hygienischen Anwendungen geeignet. Die Mikrowellen FlowCell ist mit den gängigen Prozessanschlüssen und in sechs Nennweiten verfügbar, von DN 50 bis DN 150.

Kontakt:
Mareike Monninger, Business Development und Produktmanagement, Mikrowellen-Systeme,
Berthold Technologies GmbH & Co. KG
www.berthold.com

Ausgabe Januar/Februar 2019 „Der Lebensmittelbrief/ernährung aktuell”