Von Paul Andrei

Lebensmittelbedingte Infektionen und Rückrufe verursacht durch Listeria monocytogenes hatten in den letzten Jahren eine hohe Relevanz. Da diese Bakterien in unserer Umwelt weit verbreitet sind und viele leicht verderbliche Lebensmittel die Vermehrung dieser Keime auch bei Kühltemperaturen begünstigen, kann man auch künftig davon ausgehen, dass die Beherrschung dieser Gefahr für viele Lebensmittelunternehmer von zentraler Bedeutung sein wird. Umso wichtiger ist es, neben vielfältigen Präventivmaßnahmen ebenfalls auf schnelle Verfahren zum Nachweis sowie zur Ursachenanalyse von Kontaminationen durch Listeria monocytogenes zurückgreifen zu können. Das BAV INSTITUT hat sich in den letzten zwei Jahren intensiv mit neuen, innovativen Möglichkeiten der Listerienanalytik beschäftigt. Neben den Kultivierungsverfahren (ISO 11290-1 und ISO 11290-2) sowie den akkreditierten 48h und 24h-Schnellmethoden wurde an einem noch schnelleren Nachweisverfahren gearbeitet.

Mit der neu entwickelten Schnellmethode „TentaSpeed L. mono“ können in Lebensmitteln niedrige Keimzahlen von Listeria spp. und / oder L. monocytogenes innerhalb von nur 6h nachgewiesen werden. Das Verfahren wurde für verschiedene Lebensmittelgruppen, wie z.B. Fleisch- und Fleischerzeugnissen, Fisch- und Fischerzeugnissen, Milchprodukten und Käse, Salaten, Feinkost- und Convenience-Produkten erfolgreich getestet.Die Nachweisgrenze des Verfahrens liegt bei < 20KbE/g.Der Nachweis der Bakterien basiert bei der neuen 6h-Schnellmethode „TentaSpeed L. mono“ wie bei der 24h-Methode auf der RT-PCR. Allerdings werden bei dieser Schnellmethode vor der Detektion mehrere Arbeitsschritte zur Aufkonzentration der Bakterien durchgeführt.

Eine weitere Neuerung beim BAV INSTITUT bietet die Möglichkeit unterschiedliche Stämme von Listeria spp. bzw. Listeria monocytogenes miteinander zu vergleichen. Dadurch können im Fall von Kontaminationen bzw. positiven Befunden Rückschlüsse über deren Ursachen getroffen werden. Kontaminationsquellen können schneller gefunden und eliminiert werden, da man z.B. Stämme aus Endprodukten mit Stämmen aus Rohstoffen oder aus Umgebungsuntersuchungen miteinander vergleichen kann. Dieser Vergleich von Stämmen erfolgt mithilfe des MALDI-TOF Verfahrens. Auch diese Ergebnisse liegen nach der Isolierung der Stämme noch am gleichen Tag vor, so dass entsprechende Aussagen über potentielle Kontaminationsursachen sowie die entsprechenden Vorbeugemaßnahmen schnell eingeleitet werden können. Diese Möglichkeit zum Vergleich von Stämmen isolierter Mikroorganismen ist mittels der beim BAV INSTITUT eingeführten Methoden auch bei anderen Keimen wie z.B. Salmonellen, Bacillus cereus, Staphylococcus aureus… möglich.

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Paul Andrei
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Ausgabe September/Oktober 2020 „Der Lebensmittelbrief/ernährung aktuell”