Sind unsere Lebensmittel sicher? Die Zusammensetzung der Lebensmittel ist laut Gesetz auf den Etiketten angegeben. Konsumenten vertrauen darauf, dass diese Angaben stimmen und wir für unser Geld stets das erhalten, was wir glauben, gekauft zu haben. Dafür sorgen regelmäßige Kontrollen unseres staatlichen Lebensmittelüberwachungssystems und zahlreiche, innerbetriebliche Kontrollen entlang der Prozesskette – vom Erzeuger über den Hersteller bis zum Handel. Merkwürdig, dass wir trotzdem regelmäßig von „Lebensmittelskandalen“ überrascht werden.

Den Eigenkontrollen in der Lebensmittelwirtschaft kommt hierbei die Schlüsselrolle zu. In den meisten publik gewordenen Fällen, stellte sich heraus, dass die innerbetrieblichen Qualitätskontrollen grob vernachlässigt und erkannte Mängel in einer Mischung aus Inkompetenz und Fahrlässigkeit vertuscht wurden. Staatliche Kontrolle muss sich zwangsläufig auf die stichprobenartige Überprüfung der Wirksamkeit der innerbetrieblichen Qualitätssicherung beschränken, wobei die Frequenz in kritischen Branchen zweifelsohne intensiviert werden muss. Es liegt in der unternehmerischen Verantwortung die betrieblichen Eigenkontrollen effizient zu organisieren. Das umfasst die Erstellung eines risikoorientierten Prüfplans, korrekte Probenahmen und neutral durchgeführte Analyse mit fachlich fundierter Ergebnisinterpretation. Neben der Produktqualität, die maßgeblich von der Qualität der eingesetzten Rohstoffe und deren sorgfältigen Weiterverarbeitung abhängt, tritt zunehmend die Absicherung der Herkunft und der Originalität der Rohstoffe im komplexen weltweiten Handelsgeflecht in den Fokus des Qualitätsmanagements. Mit eigenen Kapiteln in den international anerkannten Handelsstandards wie dem IFS wird der „Food-Fraud-Prävention“ inzwischen Rechnung getragen. Diese Entwicklung spiegelt sich im analytischen Dienstleistungskatalog der Labore wieder.

Lebensmittel werden nicht mehr nur auf deren mikrobiologische Unbedenklichkeit – weiterhin einem Dauerthema in der Lebensmittelsicherheit-, und nicht nur auf die Einhaltung gesetzliche geregelter Grenzwerte bei Umweltkontaminanten und Rückständen getestet, sondern zunehmend auch auf Herkunft und Authentizität der Waren. Der Auftrag an das moderne analytische Dienstleistungslabor heißt daher heute: „Prüfen Sie mein Produkt auf dessen Integrität!“ Dies erfordert neben der kontinuierlichen Investition in neueste Gerätetechnik die Entwicklung innovativer Methoden, den konsequenten Know-how Aufbau und einen kontinuierlichen Wissenstransfer. Am „Foodprofiling Projekt“ des BLE ist die AGROLAB GROUP gleich mit zwei Laborstandorten beteiligt und entwickelt analytische Plattformtechnologien, die sich zukünftig vielseitig und schnell auf neue Fragestellungen anwenden lassen. Konkrete Beispiele sind u.a. Fälschungsnachweise bei Haselnuss- Pasten, getrockneten Kräutern, Trüffel und Wasabi-Produkten.

Dabei stehen neben der Weiterentwicklung der analytischen Möglichkeiten die internationale Vernetzung mit Partnerlaboren sowie die Entwicklung von IT-Tools zur Auswertung komplexer Datensätze im Vordergrund.

Kontakt:
Dr. Frank Mörsberger
Head of Business Development
Food & Feed Testing AGROLAB GROUP

Ausgabe Januar/Februar 2020 „Der Lebensmittelbrief/ernährung aktuell”