Kontamination in Pflanzenölen und Lebensmitteln mit 3-MCPD, 2-MCPD sowie Glycidyl-Fettsäureester

Die Substanz 3-Chlor-1,2-propandiol, abgekürzt 3-MCPD, ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der chlorierten Diole. 3-MCPD kann als ein Monochlorderivat des Glycerins aufgefasst werden. Ähnlich wie Acrylamid und das schon lange bekannte Acrolein ist 3-Chlor-propandiol und auch 2-Chlorpropandiol (2-MCPD), deren Fettsäureester sowie Glycidyl Fettsäureester als giftige Stoffe während des Herstellungsprozesses von fettreichen und salzhaltigen Lebensmitteln beim Erhitzen beobachtet worden. Es wurde bislang in Brot, Würzsaucen (Sojasauce), geräucherten Fleischwaren, Fetten und Ölen sowie in Säuglingsmilchpulver analytisch nachgewiesen. 3-Chlor-1,2-propandiol kommt sowohl in freier als auch in veresterter Form – hier besonders bei Fetten und Ölen – mit Fettsäuren als 3-MCPD-Fettsäureester vor.

Während der Verdauung entsteht aus 3-MCPD-Estern freies MCPD. Dieses löst im Tierversuch ab einer bestimmten Dosierung Tumore aus und steht daher im Verdacht, beim Menschen Nierenveränderungen hervorzurufen und in hohen Dosen gutartige Tumore zu verursachen. Daher soll seine ernährungsbedingte Aufnahme so gering wie möglich gehalten werden.

Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU-Kommission (SCF) hat für 3-MCPD einen TDI-Wert (tolerierbare tägliche Aufnahmemenge) von 0,8 μg/kg Körpergewicht festgelegt (EFSA 2016). Als Hauptquelle für die ernährungsbedingte Aufnahme von 3-MCPD wurde im Jahr 2004 Sojasoße und Erzeugnisse auf Sojasoßenbasis identifiziert. Forschungsergebnisse der Universität Prag aus dem Jahr 2006 ergaben, dass 3-MCPD auch mit Fettsäuren verestert Kontamination in Pflanzenölen und Lebensmitteln mit 3-MCPD, 2-MCPD sowie Glycidyl-Fettsäureester in raffinierten Speisefetten und Speiseölen in hohen Konzentrationen vorhanden sein kann. Außer in raffinierten Speisefetten und -ölen wurden 3-MCPD-Fettsäureester auch in fetthaltigen Lebensmitteln nachgewiesen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht in seiner Stellungnahme Nr. 006/2013 auf Grund neuerer Studien davon aus, dass die Fettsäuren im Körper durch Verdauungsenzyme abgespalten werden, so dass freies 3-MCPD entsteht. Daher tragen 3-MCPD- Fettsäureester im gleichen Maße zur Ausschöpfung des TDI-Wertes bei, wie freies 3-MCPD.

Die von der EFSA aus den Analysedaten abgeschätzte mittlere Exposition gegenüber 3-MCPD und deren Fettsäureestern lag vor allem bei jüngeren Bevölkerungsgruppen (Kinder im Alter von über einem Jahr bis unter 10 Jahre) deutlich höher als der TDI-Wert von 0,8 μg/kg Körpergewicht und Tag. Besonders hohe Expositions-Werte wurden für ausschließlich mit industriell gefertigter Säuglingsanfangsnahrung gefütterte Säuglinge ermittelt. Diese lagen im Mittel bei 2,4 μg/kg Körpergewicht und Tag. Diese mehr als dreifache Überschreitung des TDI-Wertes wird von der EFSA als gesundheitlich bedenklich angesehen. Deshalb besteht weiterhin Handlungsbedarf im Hinblick auf die Minimierung der Gehalte in diesen Produkten.

Aktuell gibt es gesetzlich festgelegte Höchstgehalte für 3-MCPD in hydrolisiertem Pflanzenprotein und Sojasoße. Aufgrund des aktuellen Gutachtens der EFSA arbeitet die EU-Kommission jedoch an einem Gesetzesentwurf zur Festlegung von Höchstgehalten von 3-MCPD, 2-MCPD und dessen Fettsäureestern in weiteren bestimmten Lebensmitteln. Diese sollen ebenfalls in der Kontaminanten-Höchstgehalte-Verordnung (VO(EU) 1881/2006) festgehalten werden.

Seit November 2016 steht uns für die Bestimmung von 2-MCPD und 3-MCPD und der Glycidylester ein vollautomatisiertes System zur Verfügung. Auf Grund des hohen Standardisierungsgrades des System erzielen wir eine hohe Reproduzierbarkeit und Robustheit der Ergebnisse. Dies erreichen wir unter anderem auch dadurch, dass wir nicht wie bisher üblich als „front end“ einen MSD-Detektor einsetzen, sondern für die Detektion der Analyten einen MS/MSDetektor verwenden.

Darüber hinaus sind wir mit diesem System in der Lage unseren Kunden Bearbeitungszeiten von drei bis maximal fünf Arbeitstagen zu garantieren. Wenn Sie sich absichern möchten oder Fragen zu diesem Thema haben, wir beraten Sie gern.

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Ausgabe März/April 2017 „Der Lebensmittelbrief/ernährung aktuell”