Wirtschaft packt Herausforderung Resistenzen zu vermeiden aktiv an

In den Schweine, Geflügel und Mastkälber haltenden Betrieben des QS-Systems konnte der Antibiotikaeinsatz seit 2015 um über ein Drittel (35,6 %) reduziert werden. Das belegen die aktuellen Quartalszahlen des QS-Antibiotikamonitorings. Gleiches gilt für die Reserveantibiotika, hier konnten die eingesetzten Mengen um 38,8 Prozent reduziert werden. Durch die quartalsweise Auswertung und einen separaten Therapieindex für kritische Antibiotika erhalten die Betriebe im QS-System eine engmaschige Analyse für ihren Bestand und können so zeitnah reagieren und gegensteuern. Das QS-Antibiotikamonitoring unterstützt in seiner Funktion als Managementtool im QS-System Tierhalter und Tierärzte dabei, das Niveau der Tiergesundheit stetig weiter anzuheben und den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika sicherzustellen.

Transparenz schaffen und Resistenzen minimieren
Die Sorge der Verbraucher vor resistenten Keimen durch den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung ist groß. Das Bestreben des Antibiotikamonitorings ist es, den Einsatz von Antibiotika transparent zu machen und Resistenzen zu minimieren. Dabei stehen besonders die Wirkstoffklassen im Fokus, die für die Humanmedizin von großer Bedeutung sind: Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation. Für diese so genannten kritischen Antibiotika hat QS einen zusätzlichen Therapieindex berechnet. Dieser trägt dazu bei, bei Tierärzten und Tierhaltern ein Bewusstsein für den Einsatz kritischer Antibiotika zu schaffen, nach geeigneten Alternativen zu suchen und so den Grundstein für eine weitere Reduktion des Einsatzes dieser Antibiotika zu legen.

Die aktuellen Zahlen belegen: Diese Strategie geht auf! Während 2014 noch 7,21 t der kritischen Antibiotika verabreicht wurden, waren es 2019 nur noch 4,41 t. Vor dem Hintergrund möglicher Resistenzbildungen, welche zu einer Unwirksamkeit besonders wichtiger Antibiotika in der Humanmedizin führen könnten, werden auch Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung im QS-System nur aufgrund einer vorherigen, konkreten Diagnose des Tierarztes eingesetzt. Dennoch gilt: Gerade mit Blick auf den Tierschutz müssen kranke Tiere medizinisch behandelt werden. Trotz dieser Notwendigkeit zeigen die rückläufigen Zahlen zur Verabreichung von Reserveantibiotika aus dem QS-Antibiotikamonitoring, dass Tierhalter und Tierärzte für dieses Thema ausreichend sensibilisiert und in hohem Maße um einen restriktiven Einsatz bemüht sind.

Daten nutzen und Tiergesundheit stabilisieren
Aktuell arbeitet QS an einer Tiergesundheitsdatenbank als Beratungstool und Frühwarnsystem zur Tiergesundheit. Darin werden Daten zu Antibiotikaeinsatz, Biosicherheit, Tierhaltung und Befunddaten so verknüpft, dass Landwirte, Tierärzte und Berater Zusammenhänge erkennen und Schlüsse daraus ziehen können. Dies soll auch dazu beitragen, den Antibiotikaeinsatz noch weiter zu senken.

Von 95 Prozent aller Schweine und Geflügel haltenden Betriebe in Deutschland liegen QS umfassende Daten vor. Das sind Zahlen aus dem Salmonellen- und Antibiotikamonitoring sowie die Schlachtbefunddaten aus den Schlachtbetrieben. Diese Daten wird QS miteinander verknüpfen, spezifisch aufbereiten und den tierhaltenden Betrieben zur Nutzung zur Verfügung stellen. Gemeinsam können Tierhalter und Tierärzte damit frühzeitig Schwachstellen in ihren Betrieben erkennen und die Gesundheit der Nutztiere nachhaltig stabilisieren. Nur wenn alle Faktoren berücksichtigt werden, die auf die Tiergesundheit einwirken, kann mit vorbeugenden Maßnahmen die Tiergesundheit verbessert und die Antibiotikagaben noch weiter gesenkt werden.

Kontakt:
QS Qualität und Sicherheit GmbH
Schedestraße 1 – 3
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Tel.: 0228/35068-0
E-Mail: info@q-s.de
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Ausgabe Juli/August 2020 „Der Lebensmittelbrief/ernährung aktuell”